Freie Wähler im Gespräch mit Rettungsdiensten

besuch bei den rettungsdiensten

NÜRNBERGER LAND – Die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Nürnberger Land stand im Zentrum eines Gesprächs zwischen der Kreistagsfraktion der Freien Wähler, der Hersbrucker FRB-Stadtratsfraktion und Vertretern von BRK und ASB im Landkreis.

Neben den Verantwortlichen der BRK-Wache in Hersbruck waren BRK Kreisgeschäftsführer Markus Deyhle, BRK Rettungsdienstleiter Bernd Lödel, ASB Regionalverband Geschäftsführer Tino Städtler, der auch den ASB Rettungsdienst vertrat, sowie Andreas Krämer, Rettungsdienstleiter vom ASB Regionalverband Jura vertreten.

Alle drei Rettungsorganisationen betonten, dass seit der angekündigten Schließung des Hersbrucker Hauses keine Veränderungen in der medizinischen Inanspruchnahme des Krankenhauses Hersbruck eingetreten seien. „Auch der Krankenhaus Standort Hersbruck wird nach wie vor angefahren“ betont Bernd Lödel vom BRK. Im Übrigen gab und gibt es auch derzeit schon zahlreiche interdisziplinäre Verlegungen zwischen den Krankenhäusern in Hersbruck, Lauf und Nürnberg. Diese sind insbesondere in den unterschiedlichen fachlichen Spezialisierungen und Versorgungsstrukturen der Häuser begründet.

Viel mehr Sorge besteht bei den Rettungsorganisationen hinsichtlich der notärztlichen Versorgung durch die drohende Schließung des Krankenhauses Hersbruck. Denn das Krankenhaus Hersbruck ist zusammen mit den anderen Krankenhäusern im Landkreis ein anerkannter Garant für die Vorhaltung, Ausbildung und Qualifizierung von Notärztinnen und Notärzten. Diese fachliche Expertise, das Netzwerk aus notfallmedizinischer und klinischer Partnerschaft, sowie die kurzen Wege können sich mit der Schließung zukünftig verändern. Diese Entwicklung zu beobachten und lösungsorientiert zu diskutieren, ist Bestandteil weiterer Gespräche zwischen den beteiligten Einrichtungen. Dazu, sind sich die Verantwortlichen einig, sind ehrliche und transparente Dialoge mit allen Entscheidungsträgern dringend notwendig.

Die Verteilung der Rettungswachen im Nürnberger Land lässt laut BRK und ASB aktuell eine gute Versorgung der Bürgerinnen und Bürger zu. So wird die gesetzlich vorgeschriebene Eintreffzeit der Helfer innerhalb von zwölf Minuten in 93 Prozent der Fälle eingehalten. Vorgegeben sind Quoten von 80 Prozent. Die durchschnittliche Einsatzzeit eines Rettungswagens beträgt derzeit 100 Minuten. Wenn der Standort Hersbruck wegfällt, gehen die Verantwortlichen von zukünftig 120 Minuten im Durchschnitt aus.

Herausforderungen an die hauptamtlichen sowie ehrenamtlichen Retter von BRK und ASB sind zudem das steigende Transportaufkommen sowie die demographische Entwicklung. Im Landkreis Nürnberger Land leben immer mehr ältere Bürgerinnen und Bürger. Der gesundheitspolitisch gewünschten Professionalisierung im Rettungsdienst wiederum steht das Problem der mangelnden Fachkräfte entgegen. Hier seien zukünftig, neben politischen Entscheidungen, auch die Krankenkassen gefordert, Lösungswege anzubieten, sind sich BRK und ASB einig. Veränderungen in Strukturen müssten nicht unbedingt zu Verschlechterungen führen. Die Verantwortlichen der Rettungsdienste wünschen sich in der Diskussion um die Entwicklung weniger Emotionalität und mehr Sachlichkeit – und die Unterstützung der Politik beispielsweise bei zukünftigen Ausschreibungen von Rettungswachestandorten.

Die Freien Wähler des Nürnberger Landes und der Stadt Hersbruck sicherten zu, diese Unterstützung auch auf Landes- und Bundesebene einzufordern. Um die komplexen Sachverhalte professionell zu begleiten, war es der FW Kreistagsfraktion wichtig, die Gründung einer „Gesundheitsregion+“ im Nürnberger Land voran zu bringen.