Wie alles begann …

Die Idee (oder: wie der Freie Rathausblock Hersbruck entstand)

Der Freie Rathausblock war immer für originelle Lösungen und Einfälle gut. Aus diesem Grunde darf auch hier die Pointe angeführt werden, dass die Geburtsstätte des Freien Rathausblocks das Strandbad Wrann in Velden am Wörthersee ist. Dort verbrachte der Initiator und Gründer Dr. Richard Pemsel 1965 seinen Urlaub. Wie es so üblich ist, gehen während des genüsslichen Sonnenbads mancherlei Gedanken durch den Kopf. Eine Reihe von Gedanken betrafen die unbefriedigende Situation im Rathaus Hersbruck und endeten mit dem festen Entschluss, hier mit Freunden Abhilfe zu versuchen.

Letzter Anlass war die Sachbehandlung zweier Baugesuche durch die Stadt Hersbruck gewesen. Die Regierung von Mittelfranken hatte zwei Bedenken erhoben. Die Stadt Hersbruck hatte nicht den geringsten Versuch unternommen, hier abzuhelfen, obwohl dies im dringenden Interesse der baulustigen Bürger, der Stadtentwicklung und der heimischen Bauwirtschaft geboten gewesen wäre. Die Stadt Hersbruck beschränkte sich darauf, die ablehnenden Argumente der Regierung weiterzugeben. Es gelang dann dem Anwalt in beiden Fällen, ohne große Schwierigkeiten, Abhilfe zu schaffen und die beiden Bürger konnten bauen.

Der Grund für diese wenig effiziente Tätigkeit der Stadt lag weniger am guten Willen. Die Hauptsache lag darin, dass in Hersbruck trotz vermehrter Pflichtaufgaben nur ein ehrenamtlicher Bürgermeister amtierte, Dr. Heinrich Neusinger. Dr. Neusinger, galt als eine Seele von Mensch und war rundum beliebt. Dies nicht zuletzt deshalb, weil er 1945, beim Einmarsch der Amerikaner, erreicht hatte, dass Hersbruck nicht beschossen und damit auch nicht zerstört wurde. Zu diesem Zweck hatte er zusammen mit dem Hersbrucker Bürger Fred Schäfer, der lange in Amerika gelebt hatte, den amerikanischen Kommandanten aufgesucht und so die Schonung Hersbrucks erreicht.

In seiner Amtsführung als erster Bürgermeister suchte Dr. Neusinger stets einen irgendwie gearteten Ausgleich. Kontroverse Entscheidungen vermied er, die in der Politik, auch in der Kommunalpolitik, gelegentlich doch unvermeidbar sind. Andernfalls bleiben Probleme offen und künftige Vorschläge werden nicht mehr ernst genommen.

Anregungen und Vorschläge aus dem Kreis interessierter Bürger hatten wenig Glück; sie wurden zumeist nicht weiter verfolgt mit dem Hinweis auf eine schlechte Finanzlage der Stadt. Später konnte der Freie Rathausblock feststellen, dass die Finanzlage Hersbrucks so schlecht gar nicht war.

Die Verwaltung, weitgehend sich selbst überlassen, wies durchaus auch tüchtige und willige Kräfte aus. Einige dieser Beschäftigten ließen uns unter der Hand wissen, dass sie eine bessere Effizienz durchaus für wünschenswert hielten.

Auch die breite Bevölkerung wusste um die Verhältnisse im Rathaus oder ahnte sie zumindest und aus diesem Grunde traf die Parole „Frischer Wind ins Rathaus“ voll ins Schwarze.

Die Realisierung des Freien Rathausblocks

Im Herbst 1965 entwickelte sich dann die Mannschaft. Fast alle angesprochenen Personen sagten spontan zu. Hier die 14 Gründungsmitglieder:

              • Heinz Arnold, Studienrat
              • Georg Dornisch, Postbeamter
              • Gottlieb Hasl, Spediteur
              • Werner Hirschmann, Inh. der Fa. Daniel Vogel
              • Konrad Hofmann, Versicherungskaufmann
              • Hans Keller, Fabrikant
              • Georg Müller, Glasermeister
              • Dr. Richard Pemsel, Rechtsanwalt
              • Fritz Renner, Architekt
              • Hellmut Seidenglanz, Apotheker
              • Konrad Scharrer, Kraftfahrer
              • Karlheinz Wagner, Textilkaufmann
              • Leo Weber, Bankbeamter
              • Georg Zeiler, Wäscherei-Inhaber

Als die Wahlliste Ende Januar 1966 erstmals veröffentlicht wurde, kommentierte dies die Hersbrucker Zeitung dahin, dass die Liste eine Reihe bekannter Hersbrucker Persönlichkeiten enthalte und dass zur Verjüngung des Stadtrats die Generation um 40, die bisher schwach vertreten war, jetzt dominiere.

Die Wahlliste im einzelnen hatte folgendes Aussehen, wobei es zulässig war, Kandidaten bis zu dreimal zu häufeln, sofern die Gesamtzahl von 16 Namen nicht überschritten war:

Anzeige in der HZ vom 12. / 13. März 1966

Ein Gedanke zu „Wie alles begann …

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